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Die Geschichte der ACSAIn den frühen 60er Jahren, als Aikido in Europa noch unbekannt war, gab es vereinzelte Demonstrationen in der Schweiz und in Frankreich. In der Schweiz, wie anderswo, war die Stellung des Aikido sehr unklar. Es gab zahlreiche Tendenzen und Deutungen. Einige Leute unterrichteten unter dem Namen Aikido alle möglichen Techniken, natürlich indem sie sich auf O'Sensei beriefen. Zu jener Zeit fanden sogar Aikido-Wettkämpfe statt. In diesen frühen 60er Jahren existierte in der Schweiz noch kein einziger Club, in dem nur Aikido ausgeübt wurde. Nur sehr langsam, Schritt um Schritt, entstanden da und dort kleine Zellen, verständlicherweise innerhalb von JudoClubs, da ja ein Dojo notwendig ist für unsere Tätigkeit. Die Aikidoka waren überall eine sehr schwache Minderheit, welche verwaltet wurde duch die damals bestehenden Strukturen und in Übereinkunft mit den geltenden Statuten und Gewohnheiten des mächtigen Schweizerischen Judoverbandes. Damals fanden die ersten Kontakte zu Meister Nakazono und Meister Tamura statt. 1965 kam Meister Tamura durch die Initiative von Herr Fredy Jacot das erste Mal in die Schweiz um einige Stage zu leiten. Sensei Nakazono hatte durch die Initiative von Willy Frischknecht einige Zeit vorher bereits Appenzeller Luft atmen können und im Judo-Club Herisau seine erste Aikido-Trainingsstunde abgehalten Dieses Quartett: Sensei Nakazono, Sensei Tamura, Willy Frischknecht und Fredy Jacot sind nach heutiger Sicht die Personen, die die wesentliche Arbeit geleistet haben bei der ACSA-Gründung. Ab 1965, also vier Jahre vor der Gründung der ACSA, standen Willy Frischknecht in Herisau und Fredy Jacot in Zürich, mit Sensei Nakazono bzw, mit Sensei Tamura in Kontakt. Die logische Folge war, sich zu verbinden zur gemeinsamen Arbeit. Also organisierte man an den Wochenenden Stages mit den beiden Sensei. Es waren sehr bescheidene Anfänge. Höchstens 25 bis 30 Teilnehmer am Samstag und 12 bis 15 am Sonntag. Zu den Stages luden wir andere Clubs ein (Genf, Lausanne, Basel) mit ihren Freunden. Das Ziel war, den Aikido-Unterricht durch direkte Schüler O'Senseis bekannt zu machen. Sensei Nakazono und Sensei Tamura waren wahre Botschafter von O'Sensei. O'Sensei lebte damals noch und unterrichtete im Hombu-Dojo: aber er war auch gegenwärtig unter uns, durch seine persönlichen Schüler, die uns getreu seine Botschaft, seine Kunst und seinen Geist vermittelten. Zahlreiche Kontakte mit den Verantwortlichen für das Aikido in der Schweiz fanden statt. Der Versuch, sie an unserer tiefer Überzeugung und unserer Begeisterung teilnehmen zu lassen aber scheiterte. Heute mag es unverständlich erscheinen, weil Aikido fast überall bekannt ist und ausgeübt wird. Wir müssen uns daher in die Verhältnisse der 60er Jahre versetzen, um es zu verstehen. Die führenden Leute, die damals Aikdo ausübten, waren nicht darauf erpicht, ihren Stil und ihren Unterricht dem von Sensei Tamura und Sensei Nakazono gegenübergestellt zu sehen. Gründe von Prestige, Autorität und Graduierung waren die Hindernisse. über die wir immer wieder stolperten. Der Bruch vollzog sich an einer Versammlung in Fribourg. Als die Verantwortlichen der Aikido-Gruppe diesbezüglich Worte des amtierenden Präsidenten akzeptierten, die gegenüber Sensei Nakazono so unangebracht und so unhöflich waren, dass wir keine andere Wahl mehr hatten, als diese Versammlung unverzüglich zu verlassen. Trotz unserer Bemühungen, unserem ernsthaften Wunsch, alle Aikido-Praktikanten zu vereinen, um gemeinsam die Lehre O'Senseis zu erhalten, war nun erwiesen, das unser Traum eine Utopie war. Nach diesem Misserfolg blieb uns nichts anderes übrig, als dem, was schon seit fünf Jahren existierte, eine Struktur zu geben, es offiziell zu bestätigen: eine Zusammenarbeit der Clubs von Willy Frischknecht und dem der Swissair, dem jetzigen Aikikai Zürich. Aus dieser Zusammenarbeit der Clubs von Willy Frischknecht und dem der Swissair, ist unter Ermutigung durch Sensei Nakazono ein eigener Verband – die ACSA – hervorgegangen. Am Sonntag, den 21. Sept. 1969 versammelte sich eine kleine Gruppe in Herisau in Willy’s guter Stube. Anwesend waren Meister Tamura, Micky Schaaning, Willy Frischknecht, Carlo Wernli, Freddy Jacot, Susi Meier, Jacqueline Thoman und einige Mitglieder der Clubs. Aus dem langen Protokoll der Gründungssitzung nur einige Highlights :
Danach nahm die Anzahl der Sektionen von Jahr zu Jahr zu. Die kurzen Gastspiele der Meister Tamura, Nakazono und Nakazono junior (4.Dan) konnten dem Bedarf der Clubs nicht mehr genügen. So kam es, dass die ACSA 1977 einen eigenen Shihan suchte. Naturgemäss wurden bis dahin sehr verschiedene Trainingsstile ausgeübt in den Dojos. Einflüsse der Meister Tamura, Noquet, Nakazono, die eigene Kreativität der damaligen Trainer und Kursbesuche im Ausland führten zu lebendiger Vielfalt der Techniken. Die Nachteile traten dann zu Tage beim Wechseln eines Dojos oder bei gemeinsamem Training an Stagen. Schon damals gab es Trainer, die eher technisch und Trainer, die eher geistig „stark" waren. Und die meisten waren überzeugt, dass „ihr" Aikido das richtige Aikido war – was natürlich oft zu heissen Diskussionen Anlass gab. Doch dann war es soweit, Ikeda-Sensei begann in der Schweiz als Trainer! An einem Stage stellte er sich vor. Alle waren beeindruckt und begeistert. Auffallend neben seiner (für einen Japaner) körperlichen Grösse waren besonders seine Standfestigkeit und seine Haltung während der Bewegungen. Dass er die Sache kämpferisch im Griff hatte, wurde von Anfang an klar. Mit Sperren war da nichts zu erreichen, man tat sich nur selber weh! Sofort war ein systematischer Trainingsaufbau zu erkennen. Meister Ikeda legte den Schwerpunkt auf richtiges Verhalten des Uke, worauf bis anhin wenig geachtet wurde. Beim Tori unterrichtete er neben den Techniken auch richtiges „Gehen", was viel Basistraining brauchte. Verständlich, dass einige Praktikanten etwas Mühe bekamen mit diesem Teil. Denn wenn man schon 10 Jahre Aikido geübt hat ist es nicht leicht, wieder wie ein Anfänger Schritte auf die Seite zu üben! Die von Ikeda-Sensei geübte "Basisarbeit" war anfänglich also nicht jedermanns Sache. Da man aber sah, wie perfekt er sich bewegte, kam auch das Verständnis dafür auf. Bis dahin hatten in der Schweiz nur wenige Praktikanten irgendwo mal eine Prüfung abgelegt. Es zeigte sich schon bald die Notwendigkeit, in dieser Beziehung Strukturen und System hineinzubringen. Darum wurde zuerst mal ein allgemeines Prüfungs-Wochenende abgehalten. Welche Überraschung, da tauchten plötzlich von überall in der Schweiz Aikidokas auf! Ein nicht erwarteter Ansturm, aus dem Ikeda-Sensei das Möglichste machte. Alle mit gültigem ACSA-Ausweis wurden graduiert, auch unter Mithilfe der damaligen Trainer. Nach und nach kam mehr System ins Aikido und unseren Verband. Es wurden vermehrt Wochenend-Kurse durchgeführt, was auch die einzelnen Dojos einander näher brachte. Bei dieser Aufbauarbeit wurde Sensei Ikeda unterstützt von vielen Dojo-Mitgliedern, von denen einzelne ihm besonders nahe standen. Die Dojos konnten aber ihren eigenen Charakter wahren, da Ikeda-Sensei von Beginn weg etwas Vorhandenes stets akzeptierte. Noch nie wurde in der Schweiz so intensiv und seriös Aikido gelernt wie in diesen ersten 10 Jahren. Regelmässige internationale Stages, Weekend-Kurse, steigende Mitgliederzahlen und neue Dojos! Bei diesem Prozess zeigten sich natürlich auch kritische Haltungen gegenüber unserem Sensei und seiner Arbeit. Diese Kritiken hat sich Ikeda-Sensei wohl angehört, aber mit der sprichwörtlichen Geduld eines Japaners sein Aufbauprogramm weiterverfolgt. Das 20 jährige ACSA-Jubiläum 1989 in Basel war dann auch so etwas wie eine Demonstration, dass das Aikido in der Schweiz ein internationales Niveau erreicht hatte. Nach diesem Jubiläum ging es nicht mehr in erster Linie um den technischen Standard. Ikeda-Sensei verstand es ausgezeichnet, seither immer wieder neue Erkenntnisse aufzuzeigen. Befasst man sich intensiv mit diesen, wird deren Herkunft aus geistiger Vertiefung klar. Das motivierte zum steten Weiterlernen. Die ACSA selbst musste ihre internen Strukturen harmonisieren und festigen. Themen wie Examinatoren, Shidoshakai und Prüfungsrichtlinien galt es zu erarbeiten. Die ACSA erreichte so eine recht transparente Form der eigenen Strukturen. Es sollte in diesem Verband ja nicht um Macht gehen, sondern darum, durch Koordination das Praktizieren von Aikido zu erleichtern und zu fördern. Positiv eingestellt konnte man sich so dem 30 jährigen Jubiläum zuwenden! Auch hier muss gesagt werden, dass dies nicht möglich gewesen wäre ohne die tatkräftige Mitwirkung von unzähligen Vorstandsmitgliedern und motivierten Leuten auch hinter den Kulissen. Als Repräsentanten dieser Aikidokas. Als Präsidenten der ACSA waren bis zu diesen Zeitpunkt die folgenden Personen tätig in unserem Verband(Red.) :
Bis Im Jahr 2000 zählte unser Verband über 40 eingetragene Schulen und Clubs. Gezielt wurden die Examinatoren Kompetenzen bis zu diesen Zeitpunkt von Ikeda Sensei in allen Regionen der Schweiz verteilt und durch entsprechende Schulung der Fukushidoins und Shidoin so etabliert, dass jede Region über genügen ausgebildete Lehrer und Examinatoren verfügte. Die tragische Situation dann im Jahr 2002. Ikeda Sensei, schwer erkrankt musste seine Aufgabe als technischen Direktor der ACSA aufgeben. in Absprache mit dem Hombu Dojo und gemäss den internationelen Richtlinien anerkannter Verbände des Hombu Dojo wurde eine technische Kommission gegründet bestehend aus 12 der höchst graduierten Danträger der ACSA. Die kommission trat also Ihre Arbeit an, konsolidierte die Situation
Die gemeinsame Arbeit aller Beteiligten, also den angeschlossenen Sektionen, unser Verstandund der technischen Kommission sowie das Hombu Dojo, ist es zu verdanken dass unser Verband in der neuen Struktur, seit 2003 um 15% gewachsen ist. Neue Dojos schlossen sich in dieser Zeit unserem Verban an, Internationale sowie nationale und Regionale Stage wurden mit Japanischen und eingenen Instruktoren durchgeführt.
Mit Zuversicht sehen wir unserem 40-Jährigem Jubileum im Jahr 2009 entgegen.
ACSA Aikikai Schweiz
Last update: 06. Mai 2007 |
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